Warum KI-Übersetzungen menschliche (noch) nicht ersetzen können

Bild, auf dem verschiedene Übersetzungen von Hallo stehen

Wenn mein Mann und ich im Urlaub essen gehen, entscheiden wir uns manchmal spontan beim Umherschlendern für ein Restaurant. Manchmal recherchiere ich im Vorhinein. Da ich kein Spanisch kann, sah ich mir in Málaga die KI-Übersetzungen auf Google Maps an. Es dauerte nicht lange, bis mich Zweifel an der Genauigkeit der Übersetzungen beschlichen. Darum will ich jetzt erklären, warum ich nicht denke, dass KI-Übersetzungen so bald menschliche ersetzen werden.

Die Probleme mit KI-Übersetzungen

Was ist mir bei den Übersetzungen der Restaurantrezensionen aufgefallen? Das will ich an Bewertungen für ein Restaurant in Málaga und eins in London zeigen. Damit wollte ich testen, ob die KI mit Spanisch-Deutsch eventuell mehr Probleme hat als mit Englisch-Deutsch. Meine Annahme, dass Übersetzungen aus dem Englischen besser sind, hat sich nicht bestätigt.

Spanisch-Deutsch

Die erste aus Málaga zitiere ich komplett:

Ich war heute Nachmittag dort und als ich auf die Toilette gehen wollte, warf mir ein Mädchen, das wischte, ein sehr schlechtes Gesicht zu, als ich sie aufforderte, hereinzukommen. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich ihm sagte, dass es nicht mehr passieren würde. Ihr Partner kam, um sich zu entschuldigen, aber sie rührte sich nicht einmal. Offenbar ist dies nicht das erste Mal, dass er Menschen so behandelt. Ich hoffe, dass sie etwas dagegen unternehmen, denn der Ekel in meinem Gesicht ist nicht normal. Der Mangel an Bildung, den er gezeigt hat, trübt die gute Arbeit, die seine Kollegen leisten.1Spanisches Original: He estado esta tarde y al querer pasar al baño, una chica que estaba pasando la mopa me puso muy mala cara cuando le pedi pasar. Me ha sentado tan mal que le he dicho que ya no iba a pasar. Vino a disculparse su compañero pero ella ni se movió. Por lo visto no es la primera vez que trata así a la gente. Espero que hagan algo al respecto porque no es normal la cara de asco que me ha puesto. La falta de educación que ha demostrado empaña el buen trabajo que hacen sus compañeros.

Wir sind uns, glaube ich, auch ohne Spanisch zu verstehen, einig, dass das keine korrekte Wiedergabe sein kann.

Bild, auf dem verschiedene Übersetzungen von Hallo stehenDas schlechte Gesicht, mala cara im Original, hätten menschliche Übersetzer*innen wahrscheinlich mit einen bösen Blick zuwerfen oder ein finsteres Gesicht machen übersetzt. Mit dem Partner muss ein Kollege gemeint sein. Die KI-Übersetzung entscheidet sich bei La falta de educación für den Mangel an Bildung. Educación kann zwar mit Bildung übersetzt werden, hier bedeutet es Erziehung oder Benehmen. Außerdem wählt die KI für das Mädchen die Pronomen er, ihm und einmal sie. Vielleicht interpretiert sie an der einen Stelle aber auch, der Kollege habe sich danebenbenommen, nicht das Mädchen.

Insgesamt ergibt die Rezension keinen Sinn. Oder versteht ihr, was dort eigentlich passiert ist? Ich nicht. Sollte eine spanischsprechende Person diesen Artikel lesen, wäre ich für eine nachvollziehbare Übersetzung in den Kommentaren sehr dankbar.2Genauso falls die Rezensentin sich tatsächlich unverständlich ausgedrückt hat.

Englisch-Deutsch

Die KI entscheidet sich auch im Englischen häufiger für den falschen Begriff wie hier:

Ich hatte ein Problem damit, dass der Manager sehr knapp war, als ich nach einem Detail auf der Rechnung fragte.3I had an issue with the manager being very curt when I asked about a detail on the bill.

Bei einer menschengemachten Übersetzung wäre aus dem sehr knapp ein kurzangebunden geworden, was in dem Zusammenhang curt am ehesten entspräche. Ebenfalls ist hier der englische manager nicht identisch mit dem deutschen Manager – gemeint hat der Rezensent wahrscheinlich den Geschäftsführer.

Jeder Kurs ist sorgfältig aufgebaut und präsentiert.4Every course is carefully constructed and presented.

Das ist wieder ein Beispiel dafür, dass die KI bei verschiedenen möglichen Übersetzungen nicht weiß, welche im Kontext die richtige ist. Ein course kann ein Kurs sein, aber in Bezug auf Essen ist damit ein Gang gemeint.

Es dauerte auch ewig, den Ort zu verlassen.5Getting out the place also took ages.

Im Englischen kann man restaurant mit place ersetzen, aber im Deutschen ist Ort als Synonym für Restaurant ungebräuchlich. Man versteht es, aber es klingt falsch. Die KI weiß das nicht und übersetzt wörtlich.

Ich habe mich diese Woche für das Chippie-Pop-up [Anm. ein Menü in dem Restaurant] entschieden, das sich kaum von der 5-Sterne-Bewertung von vor drei Jahren hätte unterscheiden können.6I went for the Chippie pop up this week, which couldn’t have been more different to the 5 star review from 3 years ago.

Die KI hat anscheinend Probleme mit der Bedeutung der Aussage. Der Rezensent stellt in Wahrheit fest, dass das heutige Chippie-Pop-up-Menü sich sehr stark von dem von vor drei Jahren unterscheidet.

Es wurde immer schlimmer, wenn die Rinderkeulenfüllung zu sehr mit Salz gewürzt war. 7It got progressively worse with the beef shin filling being over seasoned with salt.

Wonach richtet sich die KI, wenn sie eine Konjunktion auswählt? Wie kommt sie darauf, dass wenn passt? Ich wüsste es gern. Mit der Rinderkeulenfüllung, die total versalzen war, wurde es immer schlimmer. So könnte man das übersetzen.

Wir mussten den Kohl mit den Resten zurückschicken, weil der Koch wirklich viel Salz in den Teig der Reste gestreut hatte.8We had to send back the coley with scraps because the chef had really dropped the salt in the scraps batter.

Coley bedeutet Seelachs, Cole bedeutet Kohl. Wie kann der KI so ein Fehler passieren? Nach einiger Recherche habe ich auch herausgefunden, was mit scraps bzw. scraps batter gemeint ist. Es handelt sich nicht um Reste oder einen Teig der Reste, sondern um frittierten Teig, eine Beilage, die in England offenbar zu Pommes serviert wird. Der Seelachs wurde mit Beilage zurückgeschickt, weil die Beilage versalzen war. Und während wir in Deutschland zwar Salz streuen, wenn wir Gehwege schneefrei bekommen wollen, streuen wir Salz nicht ins Essen, sondern salzen es.

Es schmeckte, als käme es gerade aus dem Kühlschrank und als Essensreste.9It tasted like it had just come from the fridge and eating leftovers.

Dem englischen like entsprechen im Deutschen als und wie. Während das erste als stimmt, ist das zweite falsch. Aber auch: Es schmeckte, als käme es aus dem Kühlschrank und wie Essensreste, klingt nicht besonders elegant. Menschliche Übersetzende hätten vermutlich den ganzen Satz freier formuliert.

Das Schokoladen-Karamell-Dessert war insgesamt viel zu süß, um die anderen Aromen als den Zucker zu überdecken. Den oberen Teil des Schokoladendesserts zu essen war herrlich, aber die untere Karamellkeksschicht muss man aus den Zähnen kramen.10The chocolate caramel dessert overall was way to sweet that it masked the flavours other than sugar. Eating the top part of the chocolate dessert was lovely, but the bottom caramel biscuit layer is digging out your teeth.

Mit um entscheidet sich die KI wieder für die falsche Konjunktion und verändert den Sinn des Satzes. Das Dessert war zu süß, sodass der Zucker die anderen Aromen überdeckt hat. Im Original heißt es, dass die Karamellkeksschicht einem die Zähne zog, ich nehme an, weil sie so klebrig war. Mit aus den Zähnen kramen benutzt die Ki dann noch einen Ausdruck, den es im Deutschen nicht gibt.

Es gab keine Entschuldigung dafür, dass wir von einem jungen Kellner warten ließen.11There was no apology for keeping us waiting from a young waiter.

Richtig: Es gab von dem jungen Kellner keine Entschuldigung dafür, dass er uns warten ließ.

Ich war die ganze Nacht über durstig und trank Wasser. Es war schlimmer als eine Nacht mit Schüssen.12All throughout the night I was thirsty and drinking water. It was worse than a night out with shots.

Die wörtliche Übersetzung von shots finde ich besonders amüsant. Nein, liebe KI, es wurde nicht die ganze Nacht geschossen, der Rezensent war durstiger als nach einer Nacht, in der er zu viele Kurze gekippt hat.

KI-Übersetzungen von Websites

Im Internet sehe ich immer mehr automatisch übersetzte Artikel. Für mich ist das ein Zeichen von Unprofessionalität, wenn es einem egal ist, ob der Text in der Übersetzung natürlich klingt, lesbar und verständlich ist. Wenn man nicht bereit ist, Geld für eine gute, d. h. menschengemachte Übersetzung auszugeben. Oder zumindest eine Korrektur von einem Mitarbeitenden durchführen zu lassen.

Bei englischen Texten ziehe ich es vor, die Seite im Original lesen. Wenn jemand eine Sprache nicht (gut genug) beherrscht, kann man sich den Artikel immer noch im Browser übersetzen lassen. Aber ich hätte schon gern die Wahl, ob ich den Text im Original lese oder eine (schlechte) Übersetzung. Vor allem wenn für mich nicht erkennbar ist, wo ich den Originaltext finde.

Eine gruselige Vorstellung ist für mich auch, dass Menschen, die viele solcher KI-Übersetzungen lesen, irgendwann anfangen könnten, das für normales, richtiges Deutsch zu halten.

KI-Übersetzungen als Hilfe

Menschen machen sich Gedanken, ob der übersetzte Satz Sinn ergibt, die KI nicht. Menschen wägen ab, wie nah man wörtlich am Original bleibt und wann man davon abweichen muss, weil es eine Redewendung oder Metapher etc. in der Zielsprache nicht gibt. Die KI nicht. Menschen übernehmen nicht die Satzstruktur der Ursprungssprache, sondern schreiben so um, dass es in der Übersetzung natürlich klingt. Die KI nicht. Wird die KI das alles in den nächsten Jahren lernen? Vielleicht.

Ich bin sehr froh, dass es KI-Übersetzungen gibt, und benutze sie oft. Um Rezensionen von Restaurants oder Hotels zu lesen. Weil mich ein Wikipedia-Artikel interessiert, den es nicht in Deutsch oder Englisch gibt. Wenn ich nicht sicher bin, ob ich die in Französisch gestellte Aufgabe in meinem Französisch-Onlinekurs richtig verstanden habe. Und in vielen anderen Fällen.

Daher ist meine Empfehlung: Nutzt KI-Übersetzungen im privaten Umfeld. Braucht ihr aber eine professionelle Übersetzung, wendet euch an Profis, z. B. die vom Verband der Übersetzer (VdÜ).

Auch meine Kollegin Anya Lothrop hat in zwei Artikeln aufgeschlüsselt, woran es bei KI-Übersetzungen noch hapert.

Dafür, dass ich eigentlich keine Lust habe, mich mit KI zu beschäftigen, ist es erstaunlich, wie oft ich darüber schreibe.

Setzt KI um, worum ich sie bitte? Ich sage, jein

So setzt Leap meinen Prompt um: Mittelalterliche Segelschiffe auf See

Bei meinem letzten Beitrag war es wieder so weit: Ich fand kein passendes Beitragsbild auf Pixabay. Also suchte mir die KI heraus, die die besten Ergebnisse in meinem Test erzielt hatten, (Bing, Leap, Picsart, Starryai) und schrieb Prompts. Es gibt Gründe, warum ich bei drei der KI schnell aufgab und den ursprünglichen Plan, der mir vorschwebte, fallen ließ.

Denn eine KI dazu zu bekommen, dass sie einen Prompt umsetzt, erfordert Kreativität und Hartnäckigkeit. Und manchmal muss man sich einfach geschlagen geben. Prompts nicht umzusetzen liegt der KI dagegen offensichtlich. Aber wieso ist die Umsetzung so schwierig?1Spoiler: Ich habe dazu leider nur Vermutungen, keine Antworten

Die KI, der Prompt und die Nicht-Umsetzung eines Duells

Die KI erstellen Bilder anhand von Vorlagen, an denen sie gelernt haben. Wenn ich Prompts für KI-Bildgeneratoren schreibe, müssen sie aus diesen Vorlagen etwas Neues erschaffen, das meinen Vorgaben entspricht. Viel zu oft setzen sie Prompts nicht um oder auf recht interessante Weise, wie ihr in meinem Test zu KI-Bildgeneratoren nachlesen könnt.

Ich habe dennoch weiter experimentiert und deshalb ziert meinen letzten Beitrag „Einen Köder schreiben – Praxisbeispiel Meuterei“ ein KI-erstelltes Bild von einer Piratin mit Schwert in der Hand. In diesem Beitrag hatte ich die erste Szene eines Manuskripts bearbeitet. Dort duelliert sich die Kapitänin eines Piratenschiffs mit einem unzufriedenen Matrosen. Zu diesem Duell wollte ich ein Bild haben.

Prompt schreiben? So geht das … oder so … oder so …

Prompt umsetzen a la Leap: Eine Runde Piraten an Deck eines Schiffs
Prompt Leap: Piratin kämpft mit dem Schwert gegen einen Piraten auf dem Deck eines Schiffs, realistisch, beide werden von der Seite gezeigt

Im Prinzip ist es ganz einfach: Ich schreibe einen Prompt und erhalte davon eine bildliche Umsetzung. Im Internet finden sich viele Tipps, was man tun muss, wenn es nicht klappt. Sie lauten im Wesentlichen:

Möglichst knappe Prompts verfassen, möglichst detaillierte Prompts verfassen, möglichst eindeutige Prompts verfassen, die wichtigsten Wörter an den Anfang stellen, viele Adjektive benutzen, Stichpunkte benutzen, ganze Sätze benutzen …

Was ich nicht gefunden habe, sind Artikel darüber, woran es liegt, wenn die KI trotzdem Prompts nicht umsetzen. Also außer, dass mein Prompt angeblich nicht gut genug war. Jetzt sagt mir mal, was an dem Prompt für Leap nicht verständlich ist. Jedem Künstler, der mir das liefert, wenn ich ihm solche Anweisungen gebe, würde ich was erzählen.

Prompt umsetzen? Viel Luft nach oben

So setzt Leap meinen Prompt um: Mittelalterliche Segelschiffe auf See
Prompt: Piratin Duell gegen einen Piraten mit Schwert an Deck eines Schiffs, Foto, beide werden von der Seite gezeigt

Leap generiert, trotz meiner Meinung nach recht eindeutigem Prompt, gern Schiffe. Schiffe auf dem Meer und im Hafen, mit Besatzung und ohne, als Holzschnitt oder mittelalterliches Gemälde. Vorne rechts auf diesem Bild findet sogar ein Duell statt. Es war das einzige, das bei 16 Versuchen herauskam. Aber klickt drauf und schaut euch die Gestalten aus der Nähe an. Leap denkt sich anscheinend: Schiffe kann ich, dabei bleib ich. Schiffe waren mir aber nicht nah genug an dem dran, was ich wollte.

Bing und Picsart setzten den Prompt vollständiger um – nur sehen die Menschen nicht wie Menschen aus. Und dazu, wie sie die Schwerter halten, sag ich mal nichts. Es wurde auch bei wiederholten Versuchen nicht besser. Ich kann den KI-Bildgeneratoren jetzt nur zugute halten, dass sie sich, obwohl sie offensichtlich keine guten Vorlagen haben, bemüht haben, meine Vorgaben einzuhalten.

Umsetzung des Prompts durch Bing und Leap: Eine Piratin und ein Pirat duellieren sich an Bord eines Schiffs
Prompt Bing, links: Piratin Frau kämpft mit dem Schwert gegen einen Piraten an Deck eines Schiffs, realistisch, beide werden von der Seite gezeigt
Prompt Picsart, rechts: pirate woman fighting a pirate man, sword fight, onboard a ship

Der Prompt und die Piratin

Starryai dagegen lieferte direkt ein richtig gutes Bild einer Piratin an Deck eines Schiffs. Das Problem war nur, auch die KI ignorierte den Rest des Prompts. Egal, wie oft ich bestimmte Worte darin unterbrachte, was ich bekam, waren Bilder einer Piratin, die verträumt in die Ferne sah, gelegentlich ergänzt durch einen Piraten oder Piratin, der/die sie anschmachtet.

Starryai setzt den Prompt nicht wie gewünscht um. Links schaut eine Piratin in die Ferne, rechts blickt ein Pirat eine Piratin verliebt an
Prompt 1, links: swordplay, duel, swordfight, onboard a ship, on deck, open air, open sea, ready for battle, female warrior pirate threatening a pirate with a sword, figthing, dangerous, holding a sword, high tension, ready to attack
Prompt 2, rechts: one pirate woman fighting a pirate man, swords fight, swordplay, fighting against each other, swords, duel, dueling, onboard a ship, on deck

Wenn die KI den Prompt ansatzweise erfüllte, wurde die Qualität der Bilder (deutlich) schlechter. Das rechte hätte ich sogar beinahe schon als Beitragsbild akzeptiert, aber über Hartnäckigkeit verfüge ich zum Glück in ausreichendem Maße.

Je kreativer, desto mehr Fehler machte Starryai bei der Umsetzung des Prompts: Oben zwei Piraten mit Schwertern, unten eine Piratin mit Schwert in Kampfpose
Prompt 1: swordplay duel on deck of a ship
Prompt 2: swordplay, duel, swordfight, onboard a ship, on deck, open air, open sea, ready for battle, female warrior pirate threatening a pirate with a sword, figthing, dangerous, holding a sword, high tension, ready to attack

Dass Starryai ebenfalls Vorlagen hat, von denen es nicht abweichen will, merkt ihr2bzw. vor allem ich, die ich alle 80 Bilder gesehen habe daran, dass ich fast immer dieselbe Piratin erhalten habe. Oder daran, wie ähnlich sich die drei Piraten sehen. Dafür stimmte die Qualität (meistens) und der Bildinhalt entsprach eher dem, was ich mir vorstellte, als die Schiffe.

Jetzt sagt ihr vielleicht: Das Beitragsbild von „Einen Köder schreiben“ sieht doch klasse aus. Aber das sagt ihr nur, weil es so klein ist. Dadurch könnt ihr nicht die Finger der Hand zählen, die das Schwert hält.3Es sind sechs, falls es euch interessiert. Außerdem benötigte ich dafür zwanzig Versuche, d. h. achtzig generierte Bilder. Der Prompt ist derselbe wie der zur verträumten Piratin bzw. der mit dem leuchtenden Schwert. Auch das ist ein Mysterium: Warum lässt Starryai meistens den Großteil des Prompts außer acht und realisiert ihn sporadisch doch?

Gibt es eine Lösung, wenn die KI Prompts nicht umsetzen?

Will ich, dass mein Prompt umgesetzt wird, oder will ich qualititativ hochwertige Bilder, die nur eine geringe Ähnlichkeit mit dem haben, was ich mir vorgestellt habe? Schwierige Entscheidung. Allerdings glaube ich nicht, dass ich bei Bing oder Picsart jemals richtig menschlich aussehende Duellanten erhalten hätte. Aber auch bei Starryai musste ich einen hohen Aufwand betreiben, damit die KI von ihrem Standardmotiv abwich und ich mein Bild von einer Piratin mit Waffe erhielt, bei dem die Fehler nicht zu auffällig sind.

Mit auf den Weg geben kann ich euch eigentlich nur: Ihr seid nicht Schuld, wenn KI-Bildgeneratoren eure Prompts nicht umsetzen. Die KI sind einfach noch weit davon entfernt, Anweisungen so exakt auszuführen zu können, wie es ein Mensch tun würde. Da bleibt nur, einen Kompromiss zu finden.

Falls ihr euch für Artikel von echten Experten zum Thema Bildgenerierung durch KI interessiert und noch mehr Beispielbilder sehen wollt, klickt doch mal hier und hier.

Kann KI Kunst? Ich sage, ja

mit Pixray generiertes Bild eines Walds mit Einhorn

Ihr kennt SEO, die Optimierung von Websiten zur besseren Auffindbarkeit durch Suchmaschinen? Mein SEO-Tool Yoast SEO meckert bei jedem meiner Artikel: Keyword kommt nicht im ersten Absatz vor, nicht genug Zwischenüberschriften, kein Bild verwendet usw.

KI-Bildgenerator Bing: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
KI-Bildgenerator Bing: Die Süßigkeiten sind immerhin da

Ich begebe mich daher z. B. regelmäßig auf Bildersuche, meistens bei Pixabay, einer großen und kostenlosen Bilddatenbank. Als Lektorin, die über das Lektorieren und Schreiben schreibt, drängen sich meist Fotos mit Stiften, Buchstaben, Büchern, Bücherregalen, lesenden Menschen etc. auf. Das ist auf Dauer … na ja … langweilig. Deshalb versuche ich, etwas Kreativeres zu nehmen. Nur ist das gar nicht so einfach. Für meinen letzten Artikel, Story Structure: Köder mich!, stellte ich mir eine Fährte aus Süßigkeiten vor, der Kinder in einen Wald folgen – eine Fährte aus Ködern sozusagen. Das ist nichts, das ich in einer Bilddatenbank auftreiben kann. So kam es dazu, dass ich einen Test verschiedener KI-Bildgeneratoren, die kostenlos verfügbar sind, startete.

Hier kommt die KI ins Spiel

KI-Bildgenerator DeepAI: Einhorn in einem mysteriösen Wald
KI-Bildgenerator DeepAI: Einhorn in einem mysteriösen Wald

Die letzten Monate wird ständig über die riesigen Fortschritte geredet, die man bei KI gemacht habe. KI-generierte Bilder seien kaum noch von echten zu unterscheiden (und das trifft auf einige durchaus zu, wie ihr in diesem Spiegel-Quiz herausfinden könnt). Ich dachte mir also: Warum nicht testen, wie KI-Bildgenerator meine Vorstellungen umsetzen? Was dabei herauskam, das präsentiere ich euch in diesem Beitrag. Denn einige Ergebnisse sind sehr kurios und es lohnt sich immer zu zählen, wie viele Beine1sowie Arme, Finger, Augen, Füße und Hörner die Tiere oder Menschen haben.

Ich habe mich an kostenlose Programme gehalten oder an die kostenlose Variante von kostenpflichtigen Programmen. Eine Freundin hat mich außerdem ihren Midjourney-Account nutzen lassen. Midjourney ist einer der beliebtesten, aber auch kostenpflichtigen KI-Bildgeneratoren.

Wie KI-Bildgeneratoren funktionieren

Bis vor Kurzem hatte ich keine Ahnung davon, wie man mit KI Bilder generiert, und vielleicht geht es euch genauso. Daher eine Einführung.

KI-Bildgenerator Pixray: Zwei Kinder folgen einer Spur aus Süßigkeiten in einen Wald
Pixray: Warum sehen die Süßigkeiten für mich wie Würste aus?

Im Prinzip ist es simpel: Ihr verfasst einen Prompt, was in dem Bild zu sehen sein soll wie „Zwei Kinder folgen einer Spur aus Süßigkeiten in einen Wald, strahlender Sonnenschein“. Dann klickt ihr auf Erstellen und erhaltet normalerweise vier Entwürfe. Bei manchen KI-Bildgeneratoren kann man auch ein Bild als Vorlage nehmen.

In den Prompt kann man alles Mögliche schreiben: Nahaufnahme der Kinder, Junge trägt Kniestrümpfe und Sandalen, Mädchen größer, Gothikoutfit, im Stil von Picasso, primäre Farben Rot, Blau und Gelb.

KI-Bildgenerator Leap: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Leap ließ sich nicht dazu bewegen, die Aufforderung „Anime“ umzusetzen

Die KI-Bildgeneratoren neigen alle dazu, Teile des Prompts zu ignorieren, sodass man eventuell mehrere Versuche unternehmen muss – oder irgendwann aufgibt. Ich kann nicht die einzige sein, die daran verzweifelt, denn ich habe einen Prompt gesehen, der in etwa so lautete:

„Anime Girl in a dress, Anime City, ANIME ANIME ANIME“

Je nach Programm gibt es weitere Funktionen. Stil ist eine häufige, bei der man z. B. Fotografie, Anime, Wasserfarben oder 3D-Modell auswählen kann. Aber keine Sorge, wenn es Stil nicht gibt, kann man das auch einfach im Prompt hinzufügen. Eine weitere nützliche zusätzliche Funktion ist Negative Prompt. Hier kann ich angeben, was ich auf keinen Fall im Bild sehen will, sagen wir, Erwachsene, Bäume oder Pferde mit drei Ohren.

Die Teilnehmer am großen Test der KI-Bildgeneratoren sind

Ich habe zwei Prompts verwendet. Manchmal sahen sich die Ergebnisse einer KI zu einem Prompt alle ähnlich, andere lieferten recht unterschiedliche Entwürfe.

Prompt Nr. 1: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald, Anime

Ein Mädchen und ein kleiner Junge folgen einem Weg durch eine sonnige Landschaft.Als Erstes hatte ich mir einen Account für DreamStudio erstellt. DreamStudio ist die zweite sehr beliebte bildgenerierende KI. 25 Credits bekam ich geschenkt, das reichte für 29 Bilder. Wie hat es geklappt? Das eine Ergebnis ist das Beitragsbild für den letzten Blogartikel geworden.

Eins der anderen ist dieses. Klickt gern auf das Bild und schaut es euch in Vergrößerung an. Besitzt das Mädchen einen zweiten Arm? Warum endet der andere in einem Stummel? Ein Auge ist braun, das andere blau und das blaue ist nicht vollständig. Mit den Beinen und Füßen des Jungen stimmt auch etwas nicht.

DreamStudio hatte bei allen meinen Prompts arge Probleme, wenn es um Menschen ging, egal welchen Stil ich gewählt habe, obwohl mir die Umsetzung von Anime gefällt.

Wie haben die anderen KI-Bildgeneratoren im Test abgeschnitten?

KI-Bildgenerator Bing und Canva: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Bing und Canva

Wie viele Füße hat das linke Mädchen bei Bing? Wo befindet sich das Kind bei Canva? Ein Wald ist das jedenfalls nicht.

KI-Bildgenerator Craiyon: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Craiyon

KIs brauchen keine Münder, warum sollten also Menschen welche haben?

KI-Bildgenerator DeepAI: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
DeepAI

Falls ich mal einen Horrorfilm drehen will, werde ich die Bilder von DeepAI nutzen.

KI-Bildgenerator Dream, getimg, Picsart: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Dream, getimg, Picsart

Auf die Beine achten. Beim Bild von getimg und Picsart auch auf die „Hände“.

KI-Bildgenerator Prodia: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Prodia

Anime ist das nicht für mich und auch sonst, ich sag mal, es überzeugt mich nicht. Das Mädchen im gelben Kleid darf auch beim Horrofilm mitmachen.

KI-Bildgenerator Starryai: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Starryai

Links: Zwei Mädchen, drei Beine. Und diese Hände. Rechts: Ganz ordentlich.

Bei Shutterstock kann man zwar kostenlos Bilder erstellen, muss aber zahlen, wenn man sie herunterladen will. Ich kann euch aber sagen, dass die Ergebnisse nicht überzeugender waren. Aber: Als eins der wenigen Programme hat die KI es hinbekommen, eine Spur aus Süßigkeiten darzustellen und das in jedem der vier generierten Bilder.

Und wie hat sich Midjourney geschlagen?

KI-Bildgenerator Midjourney: Zwei Kinder folgen einer Fährte aus Süßigkeiten in einen Wald
Midjourney

Hat ebenfalls altbekannte Probleme mit Gliedmaßen und Gesichtern. Der Junge im rechten Bild ist in Wahrheit ein Mädchen. Ihr müsst euch nur den Schatten anschauen, um das zu erkennen.

Prompt Nr. 2: Mysteriöser Wald mit Einhorn

Okay, dachte ich mir, das war für die KIs wohl zu schwierig, versuchen wir etwas Einfacheres. Spoiler: Ein Einhorn ist für die KI nicht einfacher. Selbst ein Pferd ist es nicht.

Bitte neben dem Zählen darauf achten, wo das Horn2oder die Hörner sitzt.

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Bing
Bing

Der mysteriöse Wald von Bing gefällt mir am besten und das transparente Einhorn auf dem linken Bild fände ich sogar richtig gelungen, wenn es nicht so einen seltsamen Hals hätte.

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: DeepAI
DeepAI

Wenn ich nicht wüsste, dass das rechte Bild von einer KI generiert ist, würde ich glatt glauben, dass sei aus einer Kunstausstellung.

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Dream, Dreamstudio, getimg, Picsart
Dream, Dreamstudio, getimg, Picsart

Warum sind so viele dieser Programme der Meinung, Einhörner hätten rosa zu sein? Laufen Einhörner mit fünf Beinen besser als welche mit vier?

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Leap
Leap

Wenn das Einhorn links doch nur ein zweites Ohr hätte!

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Prodia
Prodia

Wenigstens gibt Prodia sich Mühe, unterschiedliche Interpretationen des Prompts zu erstellen. Das rechte Einhorn ist gerade bei der Akupunktur.

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Starryai
Starryai

Ich wäre mit dem Mädchen zufrieden, wenn sie keine Plüschohren hätte. Ihr seht bestimmt, was sonst nicht stimmt. Seitdem ich das rechte Bild gesehen habe, habe ich furchtbar Lust, einem Pferd die Mähne so zu färben. Schade, dass das Horn nicht echter wirkt.

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Canva
Canva

Als Letztes ein Suchbild: Wo versteckt sich das Einhorn? Ich habe es noch nicht gefunden. Wenn jemand von euch es entdeckt, gebt mir bitte Bescheid. Ein solches Ergebnis habe ich aber bei jedem Programm mindestens einmal erhalten. Zählen ist nicht die große Stärke von KI, scheint es mir. Ob aus zwei Kindern drei werden oder aus einem Einhorn keins … pi mal Daumen kommt’s ja trotzdem hin. Vielleicht lassen sich die KIs auch vom Piloten im kleinen Prinzen inspirieren, der ein Schaf gezeichnet hat, wer weiß.

 

 

 

Kann Midjourney im Vergleich punkten?

Ki-bildgenerierte Einhörner im Wald: Midjourney
Midjourney

Ich bin nicht sicher, ob es sich links um ein Pferd mit zwei Ohren handelt, wovon eins an einer seltsamen Stelle wäre, oder ob das ein Horn sein soll. Die Wunden am Hals deuten außerdem darauf hin, dass es von Lord Voldemort angefallen wurde.

Lohnt es sich für mich?

Nach meinem Test der KI-Bildgeneratoren kann ich sagen: Es macht Spaß, mit ihnen herumzuspielen. Aber um das zu erhalten, was man möchte, muss man einiges an Zeit investieren und die Prompts immer wieder umschreiben – und manchmal klappt es nicht wie mit den Kindern, die Süßigkeiten folgen.

Es geht, selbst wenn ich ein Gespür für die Prompts bekommen habe, wahrscheinlich nicht schneller als Pixabay zu durchsuchen. Und das war es, auf das ich gehofft hatte. Trotzdem denke ich, dass ich einige der Bildgeneratoren die nächsten Monate weiter ausprobieren werde.

mit Pixray generiertes Bild eines Walds mit EinhornUnd falls euch mal langweilig ist, muntert es euch vielleicht auf, eure eigenen Prompts einzugeben.

Hättet ihr erraten, dass das Beitragsbild ein Einhorn darstellen soll? Tja, Pixray hat „mysterious wood“ als „mysteriöses Holz“ interpretiert. Kreativ ist die Umsetzung des Prompts auf jeden Fall.

Workation Montpellier – Die Vorteile einer Freiberuflichkeit

Blick auf einen kleinen Innenhof mit Garten in Montpellier
Blick auf einen kleinen Innenhof mit Garten in Montpellier
Blick vom Balkon/Arbeitsplatz

Ganz uneigennützig und ohne jeden Hintergedanken antwortete ich eines Tages im Januar meinem Freund: „Du könntest für drei Monate in Montpellier arbeiten? Das ist ja toll, mach das.“

Denn ich kann von überall arbeiten und hatte damit die perfekte Gelegenheit, eine ausgedehnte Workation als Freiberuflerin anzutreten. Nicht erst seitdem Andrea Görsch aus meiner VFLL-Regionalgruppe von ihrer Workation im Wortladen berichtet hat, hoffte ich ebenfalls auf eine solche Gelegenheit.

Work-Vacation-Balance

Da mein Freund gut darin ist, dezente Hinweise zu verstehen und selbst nicht abgeneigt war, verbringe ich nun sechs Wochen an einem Ort, an dem bereits Temperaturen herrschen, die in Oldenburg als Sommer gelten.1Während es in Niedersachsen, wie mir eine Kollegin verriet, Ende April noch einmal Bodenfrost gab. An einem Ort, an dem Regen nicht der Normalzustand ist.2Angeblich regnet es in Oldenburg nur ca. 130 Tage im Jahr, aber wer das glaubt, war noch nicht in Oldenburg.

Eine der vielen schönen Gassen der Innenstadt in MontpellierDer Name Workation bedeutet Kombination aus ortsunabhängiger Erwerbsarbeit und Urlaub[sreise]. Die Arbeit in Erinnerung zu behalten, ist nicht immer einfach, wenn es so viel zu entdecken gibt. Ich mache lange Spaziergänge, vor allem am Lez, besuche Parks und schlendere durch die Innenstadt. Sobald die Sonne herumkommt, ziehe ich zum Arbeiten auf den Balkon um. Für ein Wochenende sind wir nach Carcassonne gefahren. Außerdem habe ich für die Zeit keine weiteren Aufträge akquiriert, sondern nur die „mitgenommen“, die ich schon hatte. Stattdessen nahm ich mir vor, meine Arbeitszeit mehr mit dem zu verbringen, was sich fast nach Freizeit anfühlt: Blogbeiträge schreiben, die Story Structure verschiedener Romane, Filme und Serien analysieren, Youtube-Videos mit Schreibtipps ansehen, Schreibratgeber lesen. Die Monate davor waren sehr arbeitsintensiv und ich konnte solche erholsamen Tätigkeiten gebrauchen.

Neues ausprobieren

Ich bin natürlich nicht nur wegen der Sonne von der Idee angetan gewesen. Ich meine auch, dass es hilfreich ist, ab und zu aus dem Alltag auszubrechen, um gedanklich neue Wege zu gehen.3Der Alltag als Freiberufliche Lektorin im Home Office ist eher eintönig. Ich mag Eintönigkeit, aber man kann dadurch auch in festgefahrenen Denkweisen erstarren. Mir die Zeit zu nehmen, zu überlegen, in welche Richtung ich mich beruflich entwickeln will und wie ich das bewerkstelligen kann. Zu schauen, welche Muster mir vielleicht nicht so gut tun und welche Abläufe ich stattdessen in meinen Alltag integrieren könnte. Und ich kann mich endlich um die Kleinigkeiten kümmern, die immer liegen bleiben.

Ich habe den Luxus, dass ich mir eine Workation als Freiberuflerin leisten kann. Und ich genieße ihn. Falls ihr ebenfalls Freiberufler seid, kann ich euch nur empfehlen, eine solche Gelegenheit zu ergreifen, sollte sie sich bieten.

Andrea wollte aus ihrer Workation lernen, sich täglich eine Auszeit zu nehmen.4Hat das eigentlich geklappt, Andrea? Ich dagegen habe bisher nur gelernt, dass ich nicht weiß, wie ich jemals wieder Oldenburger Klima aushalten soll.

Nächste Woche gibt es einen Beitrag, in dem ich u. a. von deutscher Literatur in französischen Buchhandlungen erzähle.

Willkommen auf meinem Blog – was erwartet euch?

Scrabblesteine bilden das Wort Blog

Scrabblesteine bilden das Wort BlogHabt ihr euch schon mal gefragt, wie sich der auktoriale Erzähler des 19. Jahrhunderts vom modernen unterscheidet? Warum manche Metaphern funktionieren und andere nicht? Inwieweit das Fernsehen Einfluss auf die Belletristik genommen hat? Wo westliche und östliche Fantasy eigene Wege gehen? Wie man einen überzeugenden Konflikt entwickelt? Auf welche Art von Geschichten sich die Heldenreise gut anwenden lässt und auf welche nicht? Wenn ja, dann seid ihr so normal wie ich.1Es ist doch völlig normal, sich für solche Themen zu interessieren, oder? In meinem Freundeskreis gibt es nämlich Personen, die komisch gucken, wenn ich mit ihnen diskutieren will, welche Charakterentwicklung Hermine Granger über die sieben Bände durchmacht.

Völlig normale Fragen

Vielleicht beschäftigen euch solche Fragen entweder weil ihr einen Beruf habt, der mit Texten zu tun hat, oder einfach nur weil ihr gerne lest oder Serien schaut. Vielleicht ist euch erst jetzt aufgefallen, dass ihr die Antworten darauf spannend fändet.

Ich denke jedenfalls sowohl als Leserin und Zuschauerin als auch als Lektorin ständig über alle möglichen Aspekte des Schreibens bzw. Geschichtenerzählens nach. Ich denke darüber nach, wie Schreibende davon für die eigene Arbeit profitieren können. Was ich als Lektorin daraus lernen kann. Ich sammele Metaphern und Vergleiche, die mir gefallen, starke Buchanfänge, Mittel zur Spannungserzeugung, verschiedene Möglichkeiten, das Finale einer Geschichte einzuleiten u. v. m.

Was aber tun mit diesem ganzen Wissen?

Die Lösung lautet, wie ihr seht: einen Blog starten.2Eine weitere Lösung lautet, Fortbildungen zu einem Thema zu entwickeln, das ich besonders spannend finde: Story Structure. Ihr werdet hier meine Gedanken rund ums Geschichtenerzählen finden, Schreibtipps und vielleicht ab und zu Vorstellungen von Büchern oder Serien, die mich besonders faszinieren. Ich werde erklären, was bei einem Lektorat gemacht wird, warum jedes Manuskript eines durchlaufen sollte und wie ich bei der Überarbeitung eines Textes vorgehe. Und wer weiß, was mir sonst noch über die Zeit einfällt …

Und damit: willkommen auf meinem Blog!